Sie beherrschen die Königsdisziplin im Masterbatch-Betrieb: Coloristen sind dort eine der größten Berufsgruppen – ihre Arbeit ist die Basis für die Kundenzufriedenheit. Das Mischen des gewünschten Farbtons im Labor liegt in ihrer Verantwortung. Dazu braucht es – trotz moderner Hilfsmittel wie Rezeptiersoftware und Farbmesssystemen – viel Fingerspitzengefühl und ein gutes Auge, das kleinste Farbnuancen unterscheidet und bewertet.

Die Aufgabe
Am Ende der Arbeit des Coloristen steht ein Auftrag. Der Kunde hat eine Probemenge des gewünschten Farbkonzentrats erhalten, hat es in der eigenen Fertigung getestet und ist zufrieden. Nun kann die eigentliche Produktion des Masterbatches anlaufen. Bis es so weit ist, hat der Colorist – oder sehr häufig die Coloristin – alle Register gezogen. Er kennt die Polymer- Rohstoffe und deren Eigenfarbe ebenso gut wie hunderte von Farbmitteln und weitere Zusatzstoffe wie etwa Lichtschutz-Additive. Der Kunde gibt mit einer Farbvorlage den Farbton vor und informiert über den Verwendungszweck des Kunststoffteils, das entstehen soll. Ist es etwa für den Außeneinsatzgedacht, sind lichtechte Pigmente gefragt. Auf Basis all dieser Informationen kreiert der Colorist mithilfe von Labormischern und -extrudern eine Probecharge. So legt er die Rezeptur für die Produktion fest. Zusammen mit einem Prüfkörper kann er die Masterbatch-Probe nun zum Kunden schicken.

Die Skills
Wer diesen Beruf ergreift, sollte Farben mögen und die Suche nach der richtigen Nuance als sportliche Herausforderung sehen. Denn nicht selten wird es knifflig. Wie erzeuge ich ein bläuliches Rot, das brillant und nicht schmutzig wirkt? Welches Basispolymer ist geeignet, um in der Massefärbung ein bläuliches Weiß hinzubekommen? Zwar helfen auch Farbkarteien und rechnergestützte Rezeptiersysteme, doch das Wissen eines erfahrenen Coloristen ist durch nichts zu ersetzen. Sein trainiertes Auge erkennt Farbtondifferenzen sehr gut. Das Farbmessgerät setzt er oft erst am Ende seiner Arbeit ein: für die Dokumentation. Auch mit den Kunden muss der Colorist „gut können“. Schließlich geht es darum, genau zu erfassen, was gewünscht wird. Coloristen, die Spaß daran haben, können im Außendienst beratend tätig werden. Wer Laborarbeit vorzieht, kann sich spezialisieren: etwa auf Biopolymere oder WPCs (Wood-Plastic-Composites).

Die Ausbildung
Der Colorist ist ein typischer Quereinsteiger- und Aufbauberuf. Ideal ist ein fundiertes chemisches Wissen, etwa eine Chemielaboranten-Ausbildung oder ein Chemie-Studium. Auch Erfahrung in der Kunststoffverarbeitung ist hilfreich. Dann heißt es „learning by doing“. Es dauert Jahre, bis sich der angehende Colorist das komplette Wissen angeeignet hat – nur, um zu erkennen: Man lernt nie aus. Die aktuellsten Effektpigmente, das neueste Biopolymer gilt es, kennen und einschätzen zu lernen. Oft ist der Colorist ein wertvoller Ansprechpartner für den Einkauf, da er die Eigenschaften der Rohstoffe am besten kennt und das Preis-/Leistungsverhältnis gut beurteilen kann. Denn neben dem vom Kunden gewünschten Farbton muss die Rezeptur auch wirtschaftlich sein.

Den Weg zum geprüften Coloristen pflastern Fortbildungsmodule, wie sie etwa das FPL – die Forschungsgesellschaft für Pigmente und Lacke in Stuttgart –oder das SKZ in Würzburg anbieten. Die Ausbildung mit hohem Praxisanteil umfasst Grundlagen, etwa zur optimalen Kunststoffeinfärbung, zu Pigmentklassen, zu den Methoden der Farbmessung und zum Einfluss des Spritzgießprozesses auf die Farbe. Darüber hinaus gibt es ein Aufbau- und fünf Wahlmodule, mit denen den speziellen Anforderungen im eigenen Unternehmen entsprochen werden kann.

VDMI 20Jahre Masterbatch

Grün, blau, rot, gelb – wenn es so einfach wäre. Ständig entstehen neue Farb- und Effektpigmente.

Fazit
Der Beruf des Coloristen ist etwas für alle, für die sich Kreativität, schnelles Arbeiten und Sorgfalt nicht ausschließen– und die mit Chemie nicht auf Kriegsfuß stehen. Wer gerne tüftelt und erst zufrieden ist, wenn er das Optimum erreicht hat, darf sich auf spannende Aufgaben und „brillante Ergebnisse“ freuen.

Kurz gefasst

Der Anwendungstechniker hat eine wichtige Schnittstellenfunktion zwischen Unternehmen und Kunden.

Kann ein kniffliger Kundenwunsch realisiert werden? Ein Fall für den Anwendungstechniker.

Chemie- und Physikwissen: unabdingbar für eine Laufbahn als Masterbatch- Anwendungstechniker.

Kunden- und Messebesuche, auch international, gehören zum Job.

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